HOME  KONTAKT   SCHULGEMEINSCHAFT  ANGEBOT  SPORT - HS  PROJEKTE  CHRONIK LINKS   

Am 29. 05. 2009 in Schärding im Kubinsaal,  Beginn 09:00

.

http://www.ericpapilaya.com/

 

projektXchange möchte in punkto
Migration, Integration, "Ausländer" erfrischende Akzente setzen:

Durch persönliches Kennenlernen des jeweils anderen, "Fremden", können Vorurteile, Ängste und Konflikte abgebaut und gegenseitiges Verständnis, Miteinander und Austausch gefördert werden.

In dieser Veranstaltung sollen die Viertklasslern beider Schärdinger Hauptschulen Impulse zu diesen Themen erhalten. Verschiedenstes aus den unterschiedlichen Kulturen wird präsentiert und verkostet, der Stargast – Sänger und Starmaniac Erik Papilaya wird von Schülern zu diesem Themenkreis gestellte Fragen beantworten und mit ihnen gemeinsam ein Lied singen. Die Hauptschüler hoffen auf die ein oder andere Gesangszugabe des Stars.

http://www.projektxchange.at/

WEITERE FOTOS

  4b Klasse

  4c Klasse

WEITERE FOTOS

nach oben           

Links zum Artikel:
„Der Rechtsruck macht Ausländern Angst,
aber auch den Österreichern!“
Musikstar: „Ich wurde in der Schule verspottet!“

SCHÄRDING. Nicht in Linz beginnt’s, sondern in Schärding! In der Barockstadt fiel der Startschuss zur Kampagne „ProjectXchange“. Diese soll Schüler für Schwierigkeiten von Ausländern in Österreich sensibilisieren.

Die Nervosität ist greifbar. Alle 85 Hauptschüler der vierten Klassen rutschen aufgeregt auf ihren Stühlen im Kubinsaal herum. Der Star betritt die Bühne: Eric Papilaya ist einer von zahlreichen Promis, die das „ProjectXchange“ unterstützen – ein Projekt, das dem Rechtsruck in Österreich entgegensteuern soll.

„Es heißt oft, Ausländer nehmen uns Platz und Arbeitsplätze weg. Speziell Jugendliche werden schnell infiziert von solchem Gedankengut. Wir wollen ihnen zeigen, dass Integration sehr gut funktionieren kann“, erklärt Margit Hauft, Obfrau von „Land der Menschen“ – von jenem Verein, der die Veranstaltungen für Oberösterreich koordiniert. Es schaffe Betroffenheit, wenn Diskriminierung und Ausgrenzung ein Gesicht bekomme – noch dazu ein prominentes.

Wie das von Eric Papilaya, dessen Vater politischer Flüchtling aus Indonesien war. Der Musiker stand im Rahmen der ersten von bisher 18 Veranstaltungen in Oberösterreich Rede und Antwort. „Ich wurde als Ausländer und wegen meiner dunklen Hautfarbe in der Schule verspottet, gehänselt und verprügelt!“

Die Lehrer hätten dies gar nicht mitbekommen. Das Problem „Ausländerfeindlichkeit“ sei in Österreich nicht wegzudiskutieren. „Leider gibt es aber immer wieder Parteien, die mit Hetzkampagnen Wählerstimmen gewinnen wollen!“

Rechtsruck hin oder her: Papilaya ist mit ganzem Herzen Österreicher und stolz auf sein Land. Von Ausländern erwarte er ein gesundes Maß an Selbstkritik, Toleranz sowie Integrationsbereitschaft.

Genau wie Susanne Ammerer von ihren Schülern: „Meine Klasse war von Anfang an begeistert und interessiert. Toll, was sie auf die Beine gestellt haben“, freut sich die Lehrerin mit bayerischen Wurzeln über die gelungene Veranstaltung, die mit dem Song „Get A Life – Get Alive“ endete. (wind)

 

SCHÄRDING. Musiker Eric Papilaya musste aufgrund seiner Hautfarbe schon einiges einstecken. Im OÖN-Interview schildert der „harte Knochen“, wie er über den Vorfall in Ebensee denkt.

OÖN: Was ist für Sie Heimat?

Papilaya: Ganz klar Laakirchen! Dort bin ich aufgewachsen. Auch wenn ich seit zehn Jahren in Wien lebe, ist meine Heimat nach wie vor in Oberösterreich.

OÖN: Haben Sie noch Heimweh nach Laakirchen?

Papilaya: Eigentlich nicht. Aber es ist immer noch was ganz, ganz Besonderes, wenn ich in die Gemeinde komme, in der ich so viele schöne Jahre verbracht habe. Indonesien bedeutet für mich ein Land, das ich noch kennenlernen muss und Wurzeln, die ich erst noch suchen und auch finden muss.

OÖN: Welche Eigenschaften haben Sie von Ihrem indonesischen Vater mitbekommen?

Papilaya: Mein Vater war Sänger, also auf jeden Fall schon mal das musische Talent. Daneben ganz sicher auch sein Temperament.

OÖN: Was hat Ihnen Ihre Mutter vererbt?

Papilaya: Die Freundlichkeit und den klaren Menschenverstand.

OÖN: Hand aufs Herz, wie schwer war es für Sie, „Hotel Mama“ mit all den Annehmlichkeiten zu verlassen?

Papilaya: Bei mir war es bis vor zehn Jahren „Hotel Oma und Opa“. Es ist mir menschlich sehr schwer gefallen, weil mir die beiden sehr ans Herz gewachsen sind.

OÖN: Nennen Sie uns doch bitte drei Stärken von Ihnen?

Papilaya: Respekt, Zielstrebigkeit, und ich bin ein „harter Knochen“.

OÖN: Und gibt es auch drei Schwächen?

Papilaya: Ich habe eine zu große Toleranzgrenze, lass’ mir manchmal zu viel gefallen und zu viel mit mir machen. Darüber hinaus bin ich etwas chaotisch und manchmal verschlafen, also ein Morgenmuffel.

OÖN: Was sagen Sie zu den jüngsten Vorfällen in Ebensee, als Jugendliche eine Gedenkfeier gestört hatten?

Papilaya: Eine Schande für die Menschheit! Auch wenn Ebensee eine großartige Stadt ist, gerade was das Kulturelle betrifft. Ich habe ja in der Nähe gelebt und Ebensee war kulturell gesehen immer eine Hochburg. Ich kann nur sagen: Die Menschen dort sind in keinster Weise rechtsradikal!

OÖN: Glauben Sie, dass sich Ausländer in Österreich durch den Rechtsruck bedroht fühlen?

Papilaya: Also meiner Meinung nach macht das nicht nur Ausländern Angst, sondern definitiv auch den Österreichern selbst!

OÖN: Hat es für Sie schon einmal wegen Ihrer Hautfarbe brenzlige Situationen gegeben?

Papilaya: Oft! In meinem Leben ist schon alles vorgekommen: Das ging von einfachen Beleidigungen bis hin zu körperlichen Attacken. Aber es härtet dich natürlich auch ab, gerade was meine Jugendzeit betrifft. Prinzipiell ist es so, dass man mich mit Worten nicht verletzen kann. Zum Glück sind körperliche Attacken seit einiger Zeit ausgeblieben!

OÖN: Wie gehen Sie mit Beschimpfungen um?

Papilaya: Normalerweise ignoriere ich sie.

OÖN: Wie lautet Ihr Statement für Frieden?

Papilaya: Respekt muss man sich nicht verdienen! Man sollte alles und jeden von Grund auf respektieren.