SCHÄRDING. Musiker Eric Papilaya musste
aufgrund seiner Hautfarbe schon einiges
einstecken. Im OÖN-Interview schildert
der „harte Knochen“, wie er über den
Vorfall in Ebensee denkt.
OÖN: Was ist für Sie
Heimat?
Papilaya: Ganz klar
Laakirchen! Dort bin ich aufgewachsen.
Auch wenn ich seit zehn Jahren in Wien
lebe, ist meine Heimat nach wie vor in
Oberösterreich.
OÖN: Haben Sie noch
Heimweh nach Laakirchen?
Papilaya: Eigentlich
nicht. Aber es ist immer noch was ganz,
ganz Besonderes, wenn ich in die
Gemeinde komme, in der ich so viele
schöne Jahre verbracht habe. Indonesien
bedeutet für mich ein Land, das ich noch
kennenlernen muss und Wurzeln, die ich
erst noch suchen und auch finden muss.
OÖN: Welche
Eigenschaften haben Sie von Ihrem
indonesischen Vater mitbekommen?
Papilaya: Mein Vater
war Sänger, also auf jeden Fall schon
mal das musische Talent. Daneben ganz
sicher auch sein Temperament.
OÖN: Was hat Ihnen Ihre
Mutter vererbt?
Papilaya: Die
Freundlichkeit und den klaren
Menschenverstand.
OÖN: Hand aufs Herz,
wie schwer war es für Sie, „Hotel Mama“
mit all den Annehmlichkeiten zu
verlassen?
Papilaya: Bei mir war
es bis vor zehn Jahren „Hotel Oma und
Opa“. Es ist mir menschlich sehr schwer
gefallen, weil mir die beiden sehr ans
Herz gewachsen sind.
OÖN: Nennen Sie uns
doch bitte drei Stärken von Ihnen?
Papilaya: Respekt,
Zielstrebigkeit, und ich bin ein „harter
Knochen“.
OÖN: Und gibt es auch
drei Schwächen?
Papilaya: Ich habe eine
zu große Toleranzgrenze, lass’ mir
manchmal zu viel gefallen und zu viel
mit mir machen. Darüber hinaus bin ich
etwas chaotisch und manchmal
verschlafen, also ein Morgenmuffel.
OÖN: Was sagen Sie zu
den jüngsten Vorfällen in Ebensee, als
Jugendliche eine Gedenkfeier gestört
hatten?
Papilaya: Eine Schande
für die Menschheit! Auch wenn Ebensee
eine großartige Stadt ist, gerade was
das Kulturelle betrifft. Ich habe ja in
der Nähe gelebt und Ebensee war
kulturell gesehen immer eine Hochburg.
Ich kann nur sagen: Die Menschen dort
sind in keinster Weise rechtsradikal!
OÖN: Glauben Sie, dass
sich Ausländer in Österreich durch den
Rechtsruck bedroht fühlen?
Papilaya: Also meiner
Meinung nach macht das nicht nur
Ausländern Angst, sondern definitiv auch
den Österreichern selbst!
OÖN: Hat es für Sie
schon einmal wegen Ihrer Hautfarbe
brenzlige Situationen gegeben?
Papilaya: Oft! In
meinem Leben ist schon alles
vorgekommen: Das ging von einfachen
Beleidigungen bis hin zu körperlichen
Attacken. Aber es härtet dich natürlich
auch ab, gerade was meine Jugendzeit
betrifft. Prinzipiell ist es so, dass
man mich mit Worten nicht verletzen
kann. Zum Glück sind körperliche
Attacken seit einiger Zeit ausgeblieben!
OÖN: Wie gehen Sie mit
Beschimpfungen um?
Papilaya: Normalerweise
ignoriere ich sie.
OÖN: Wie lautet Ihr
Statement für Frieden?
Papilaya: Respekt muss
man sich nicht verdienen! Man sollte
alles und jeden von Grund auf
respektieren.